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HOHNER Organa 11
Baujahr ca. 1955 bis 1965

Eines meiner ersten Tasteninstrumente war eine Hohner Organa, die ich in der Bucht der Buchten für nur einen Euro ergattern konnte, den mit der Pfarrer vor Ort um Himmelswillen nicht abknöpfen wollte. Er freute sich, dass das Instrument in gute Hände kommen und bei mir einen gesegneten Lebensabend erhalten würde. Und erst gerade zuhause angekommen, spielten diese guten Hände dann auf Teufel-komm-raus „Sympathy For The Devil“ auf den heiligen Tasten. Vermutlich erklangen jetzt nach vierzig Jahren Kirchenmusik zum ersten Mal die schwarzen Tasten.

Und der Klang war göttlich. Dieser schmusige Akkordeon-Sound, diese tiefen, warmen Bässe und die nasalen hohen Frequenzen. Mit dem Klang assoziiere ich Edith Piaf, Marlene Dietrich oder Hans Albers. Ob melancholische Seemannslieder, französischer Chanson oder feuriger Tango: die Gebläseorgel kann nicht viel aber was sie kann, das kann sie richtig. Ja, die Gebläseorgel ist wahrlich ein ehrliches, einfaches und organisch klingendes Instrument. Den Namen „Organa“ hatte Hohner für meine Gebläseorgel jedenfalls gut gewählt, obwohl man in Trossingen wohl eher eine Nähe zur Orgel damit erzeugen wollte. Egal, wenn wir Tastronauten untereinander sprechen, dann reden wir immer von der „Bläsdäbumsda“.

Das Prinzip ist einfach. Die Gebläseorgel ist ein Kasten mit Tasten und einem Gebläse, das die Fußpumpen des Harmoniumspielers, die Puste des Mundharmonikaspielers oder das Quetschen des Akkordeonisten ersetzt. Mit der Luft werden dann - eben wie beim Akkordeon - Klangzungen in Schwingungen gebracht. Darum klingen Gebläseorgeln am ehesten auch wie ein Akkordeon oder Bandoneon. Das unentwegte Geräusch des elektrisch betriebenen Gebläses ist dabei ebenso charakteristisch, wie unvermeidbar. Aufnahmen funktionieren am besten direkt hinter dem Luftauslass, weil dann der Klang noch druckvoll genug ist, um das Ventilatorgeräusch ein wenig zu übertönen oder ein paar Meter entfernt, weil sich dann das Gebläse mit dem Raumhall vermischt.

Bei meinem Demovideo habe ich ein Stereomikro direkt vor die Luftaustrittsöffnung platziert und im nachhinein einen digitalen Hall hinzugefügt. Ein Federhall klingt deutlich schöner aber den hatte ich bei der Aufnahme leider nicht zur Verfügung.


 
 
Letzte Änderung: 09.09.2016 12:35:16
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